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Von Flevostrand nach Urk
Fahrt ins Winterlager, Oktober 2019

 

Etappe 1: Flevostrand – Elburg (15 km)
Etappe 2: Elburg – Vollenhove (45 km)
Etappe 3: Vollenhove – Urk (25 km)
 
 

Etappe 1: Flevostrand – Elburg

Fahrzeit: 1,3 h
Strecke: 15 km
 

Als wir vor einer Woche den Wetterbericht angeschaut haben, verhieß dieser gutes Wetter, halbwegs warm und sonnig und vor allem wenig Wind (2 Bft). Leider hat der Wind angezogen: 4 bis 5 Bft, am Samstag 5, in Böen bis 9! (umgerechnet: 25 – 40 km/h, Böen bis 80 km/h). Da hatten wir bei Yachtcharter Urk (YCU) aber schon Bescheid gegeben...

Als wir 15.00 Uhr ablegen ist das Wetter sogar besser als bei unserer Anfahrt: es klart auf und der Wind kommt aus der richtigen Richtung :o))
 

Ausfahrt aus dem Yachthafen Flevostrand
Fahrt im (betonnten) Veluwemeer

 
 
Im Prinzip haben wir das Veluwemeer für uns alleine, abgesehen von Massen an Schwänen und anderen Wasservögeln.
 
 
 
Das ist ein Farbfoto:
 

 
 
Bevor wir in den Havenkanaal von Elburg einbiegen können, haben wir die Elburgerbrug vor uns; glücklicherweise passt "Linda" auch ohne Öffnen durch :o))
 
 
Wir sind uns sicher, dass wir ganz hinten im Hafenbecken einen Platz bekommen ...
 
... und wir sollten recht behalten:
 
Aktueller Blick in den Hafen: Webcam
 

 
Elburg, von Stadtmauer und Wassergraben komplett umgebene mittelalterliche Hansestadt, ist ein Kleinod, wie es dem Holland-Klischee nicht besser entsprechen kann. Dass wir in der Provinz Gelderland sind, spielt dabei keine Rolle ;o))
 
 
 
 
 
 
Der Ort ist nicht wild, sondern mit rechtwinkligen Straßen auf dem Reißbrett entstanden. Heute bevölkern vor allem Restaurants und Krimskramsläden das Zentrum, wobei es hinter den bestens restaurierten Fassaden auch eine große Anzahl an (gehobenem) Wohnraum gibt.
Wir schlendern mal hier hin, mal da hin, ein Stück auf den Kasematten entlang. So haben wir auch einen Blick von Norden auf die Vischpoort frei. Die Laterne, die oben Richtung Meer hängt, war früher sicherlich mal ein Seezeichen (auch wenn heute nichts und niemand darauf hinweist).
 
 
Von den Sehenswürdigkeiten (Museum im ehemaligen Kloster, Botters-(Flachbodenschiffs-)Werft etc.) bekommen wir mangels Zeit leider wenig mit. Nach dem Stadtrundgang treibt uns der Hunger in ein Fischrestaurant. Abend an Bord.
   
 
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Etappe 2: Elburg – Ketelmeer – Zwarte Meer – Vollenhove

Fahrzeit: 4,1 h
Strecke: 45 km
 

Nach einer windigen Nacht ist es zum Morgen ruhiger geworden und wir legen um neun ab. Der Wetterbericht sagt vormittags wenig Wind voraus, erst ab 13 Uhr soll es auffrischen. In jedem Fall wollen wir bis zur Marina Ketelmeer fahren ... und dann mal schauen.

 
Im Drontermeer entsteht eine neue Schleuse:
 
Zwei Kilometer weiter, 10.05 Uhr vor der Roggebot-Schleuse: wenn wir hier durch sind, dann "müssen" wir weiterfahren, denn es gibt bis zur Marina Ketelmeer keine Anlegestellen. Bisher hält das Wetter und so sind wir mutig.
 
Einbiegung ins Ketelmeer: immer noch gutes Wetter, wir wagen uns ins hinaus. Die vier oder fünf Kilometer durchs "offene Wasser" überstehen wir einwandfrei.
Nach vollbrachter Querung ist Zeit für ein Foto zur Dokumentation, leider mittlerweile ohne Sonne:
 
Ausfahrt aus dem Ketelmeer ins Ramsgeul. Auch die nächsten gut sechs Kilometer sind halbwegs ruhig. Mit dem Sonnenschein steigt auch meine Fotografierlaune.
 
 
Die imposante Ramspol-Brücke, der ein Sperrwerk vorgelagert ist, kennen wir bisher nur als Autofahrer. Endlich fahren wir mal unter der Brücke hindurch. Beeindruckend!
 
 
 
Nach der Brücke frischt der Wind mehr und mehr auf und kann über das sich verbreiternde Zwarte Meer auch genügend Anlauf (auch Fetsch genannt) nehmen. Das Manövrieren in der engen Fahrrinne ist nicht ganz simpel. Vor der "Vogelinsel" müssen wir nach Backbord abbiegen – nun steht der Wind leider ungünstig, fast querab. Zwei Mal scheppert es gewaltig. Wir sind heilfroh, als wir 12.25 Uhr endlich vor der Kadoelerkerk-Schleuse sind. Erst ab halb eins beginnt des Schleusenwärters Mittagspause. Für drei Sekunden geht die Schleuse auch auf rot-grün, doch dann wieder auf rot und schließlich rot-rot: wir müssen eine Stunde warten. Ist uns egal. Wir wettern ab und haben Zeit für's Mittagessen :o)
 
 
Kurz nach halb zwei passieren wir die Schleuse; im anschließenden schmalen Kadoelermeer fahren wir ohnehin windgeschützt und dann kommt auch wieder die Sonne heraus. So macht Bootfahren Spaß!
 
 
In Vollenhove herrscht wieder eitel Sonnenschein – 14.15 Uhr legen wir in Pole-Position an.
Linda oben ohne: so lässt sich die Oktobersonne herrlich an Deck genießen!
 
Reichlich Liegeplätze in dieser späten Jahreszeit; im Sommer muss man am besten schon vormittags ankommen.
 
 
Rundblick am Hafen: Webcam
 
Nun können wir unser Tagwerk genießen. Bei 15° C und Sonnenschein schlendern wir durch Vollenhove. Der Ort ist bei weitem nicht so touristisch wie Elburg, irgendwie ehrlicher, mit richtiger Fleischerei und Bäckerei (der wir einen Besuch abstatten) und Aldi und normalem Leben eben.
 
Dass Vollenhove früher reich war, sieht man der Großen oder St. Nicolaas-Kirche an:
 
Die Kleine oder Marienkirche, von den Marxveld-Gärten aus gesehen. Die ummauerten Gärten sind in vier Stilen angelegt: mittelalterlicher Stil, Renaissance, Barock und Landschaftsstil. Grandios! Besonders schön zu sehen hier in der Draufsicht .
 
Gleich an die Marxveld-Gärten schließt sich ein großer Park mit dem Stadtpalais (heute Hotel) und der Ruine Schloß Toutenburg (erbaut 1524 –1531) an.
 
 

 
 
Bürgerhaus-Eingang: links die Herren, rechts die Damen
 
Unser Rundgang dauert ganz schön lange, mittlerweile hat sich die Sonne verkrümelt.
 
 

 
Abends mache ich mich nochmals auf den Weg.

Auf der Insel im Binnenhafen von Vollenhove, da, wo heute Sportboote dümpeln, ließ 1165 Gottfried van Rhenen, Bischof von Utrecht, die Burg "Olde Huys" errichten. Mir ist nicht ganz klar, ob es die Insel schon vor 1165 gab; ich vermute, sie ist erst durch den Aushub der Grefte entstanden. Ein Hafen kann damals noch nicht existiert haben, denn schließlich gibt es die Zuiderzee erst seit der Allerheiligenflut 1170. Fragen über Fragen... Jedenfalls wollte Gottfried seine Besitzungen gegen die Friesen verteidigen, deshalb die Burg und heute der hübsche Binnenhafen, zu dem jedoch nur die Bootseigner Zutritt haben.

Umfassende Beschreibung hier
 
 
 
         
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Etappe 3: Vollenhove – Urk

Fahrzeit: 3 h
Strecke: 25 km
 

Nachts hat es stark geregnet. Wir liegen sicher und trocken und warm in unserer Kajüte :o).

Der Morgen empfängt uns mit kühlen neun Grad, ohne Regen und Wind – also wieder besser als angesagt.
Kurz vor neun legen wir ab, schon zehn Minuten später sind wir an der Voorster Schleuse, die wir per Anruf öffnen lassen – klappt prima. So geht es weiter; wir passieren die Schleuse in Marknesse, dann die fünf Brücken bis Urk, alles unspektakulär.
Schnelles Ausräumen und Verabschiedung. Tschüss Linda, bis nächstes Jahr!
         
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Impressionen
 
 
Kein Holland ohne Fahrrad!
 
Auch wenn es nicht so aussieht: wir sind wirklich in Holland!
 
Nomen est omen – hoffentlich nicht!
 
 
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Für das Befahren von IJmeer, Markermeer und IJsselmeer inkl. Ketelmeer sind
nautische Kenntnisse und Erfahrungen notwendig.

Vor Fahrtantritt den Törn – auch aus versicherungsrechtlichen Gründen –
unbedingt mit dem Vercharterer absprechen!

 

 

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© Catrin Resch Neuss